Tierfreunde am Bodensee


Das Mindestalter kleiner Kätzchen beträgt 12 Wochen
bevor wir sie zur Vermittlung freigeben!


Haus- und Bauernhofkätzchen werden oft schon mit 6 Wochen abgegeben, und auch in Tageszeitungen, Supermarktaushängen oder "Internet-Flohmärkten" findet man immer wieder Annoncen, in denen um die 8 Wochen alte Rassekätzchen angeboten werden. Deshalb sind viele Katzeninteressenten erst mal erstaunt, wenn sie hören, dass wir unsere Katzenkinder frühestens ab der 12. Woche in ihr neues Zuhause umziehen lassen. Der Grund dafür heisst schlicht und einfach "zum Wohle des Kätzchens" - und damit gleichzeitig auch "zum Wohle des neuen Besitzers..."! Denn nicht wenige Verhaltens- oder Gesundheitsprobleme bei einem neuen Kätzchen entstehen aus einer viel zu frühen Trennung von Mutter und Geschwistern. Kleine Katzenbabies, die gerade mit tapsigen Schritten die Welt zu erkunden beginnen, sind einfach unwiderstehlich süß. Kein Wunder, dass man sie am liebsten gleich alle mitnehmen würde! In diesem Alter (ab ca. 6 Wochen) können sie bereits selbstständig feste Nahrung wie Dosenfutter oder ähnliches fressen und wissen meist auch schon etwas mit einem Katzenkistchen anzufangen. All das verführt nun gerne zu der Annahme, dass das Kätzchen in der Lage ist, sich allein in einer neuen Familie zurechtzufinden. Und da der neue Besitzer ja eine enge Bindung zu dem Kleinen aufbauen will, möchte er es auch so früh wie möglich zu sich nehmen. Auf dem Land oder wo auch immer solche Kätzchen aufgewachsen sind, ist man wiederum oft nur zu froh, wenn die Katzenbabies möglichst bald untergebracht sind, denn dann hat man auch keine zusätzliche Arbeit oder gar Kosten, und der nächste Wurf kommt bestimmt. Dabei benötigt ein Kätzchen in diesem Alter noch unendlich viel Zuwendung, aber auch Erziehung von der Katzenmutter. Mit den Katzengeschwistern wird gekuschelt, gespielt und gebalgt - alles wichtige Übungen für das Jagd- und Sozialverhalten, und damit gleichzeitig die Grundlage für ein zufriedenes Katzenleben. Und auch wenn ein Kätzchen bereits selbst fressen kann, wird es doch i.d.R. noch einige Wochen lang von der Mutter gesäugt. Über die zusätzliche Muttermilch werden dem Kätzchen viele wertvolle Stoffe zugeführt und an den Zitzen vor allem der Saugreflex befriedigt.

Ausschließlich mit der Hand aufgezogene Kätzchen können ihr Saugbedürfnis überhaupt nicht ausleben (neugeborene Katzenbabies hängen eigentlich Tag und Nacht an den mütterlichen Zitzen) und neigen daher extrem dazu, auch später mal an allem möglichen zu nuckeln. Wahrscheinlich hat schon fast jeder einmal von einem Kätzchen gehört, das ständig am Ohrläppchen oder an Kleidungsstücken seines neuen Besitzers saugt und damit den plötzlichen und viel zu frühen Verlust seiner Mutter auszugleichen versucht. Anfangs mag einem das noch putzig erscheinen, aber ist die Katze einmal erwachsen und dieses Verhalten lässt sich nicht abstellen, sieht die Sache schon ganz anders aus (noch schlimmer ist es, wenn das Kätzchen an eigenen Extremitäten z.B. am Schwanz saugt, was sogar bis zur Selbstverstümmelung führen kann). Gleiches gilt für das "Klammerverhalten" kleiner Kätzchen, die zu früh in ihr neues Zuhause gekommen sind.

Eine zu frühe Trennung und Entwöhnung ist für ein Katzenbaby traumatisch, es leidet unter Verlustängsten und weicht dem neuen Besitzer nicht mehr von der Seite. Der Besitzer fühlt sich bestätigt, dass es richtig war, das Kätzchen bereits in diesem Alter zu sich zu nehmen, da es ja sooo anhänglich ist. Wenn aber auch die erwachsene Katze noch klammert, in Panik gerät, Unsauberkeit oder andere Verhaltensstörungen zeigt, sobald ihr Mensch aus dem Haus oder nur ins nächste Zimmer geht, wird mit Unverständnis reagiert.

Aber auch das gegenteilige Verhalten ist möglich - ein zwangsweise entwöhntes Kätzchen kann scheu, reserviert oder gar aggressiv werden, bzw. unsoziales Verhalten gegenüber anderen Katzen entwickeln. Manches Kätzchen wird erst im Erwachsenenalter unsauber, was dann kaum mehr jemand auf die eigentliche Ursache - der viel zu frühen Trennung von Mutter und Geschwistern - zurückführt. Es kann sehr schwer, manchmal sogar unmöglich sein, solche Fehlverhalten der Katze, die ausschließlich der Mensch zu verantworten hat, zu korrigieren.

Ein Besitzerwechsel ist immer stressig für ein Tier, wobei sich Stress stets negativ auf das Immunsystem auswirkt. Aber was ein älteres Katzenkind vielleicht noch problemlos wegsteckt, lässt ein kleines Katzenbaby, dessen eigene Abwehrkräfte noch gar nicht vollständig entwickelt sein können, leicht erkranken. Der neue Besitzer wundert sich dann über den plötzlichen Schnupfen oder langwierige und gefährliche Verdauungstörungen (die auch dadurch entstehen können, weil der winzige Katzenmagen eben noch auf vorwiegend Muttermilch und viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt eingestellt ist), was nicht selten ganz erhebliche Tierarztkosten nach sich zieht. Und damit wären wir auch gleich bei dem Punkt, warum vor allem auch von offizieller Seite, d.h. von den meisten seriösen Katzenvereinen, vorgeschrieben ist, dass Jungtiere erst frühestens ab der 12. Woche abgegeben werden dürfen.

Dies ist auch aus anderen Gründen ein ideales Alter, denn während kleine Kätzchen zwar schon sehr gerne mit dem Menschen zusammen sind, sind sie bis ca. zur 10. - 12. Woche doch noch vorwiegend auf ihre Geschwister und die Katzenmutter fixiert. Ab diesem Alter merkt man deutlich, wie das Interesse am Menschen zunimmt, die Kätzchen ihre eigene Persönlichkeit entfalten, und sie sich nun auch mal freiwillig von der Katzenfamilie entfernen, um selbst etwas zu unternehmen oder allein auf einem Platz zu schlafen. Sie nabeln sich ab, werden selbstständig, und auch die Katzenmutter entwöhnt die Babies, indem sie sie nicht mehr oder kaum noch an die Zitzen lässt...
Hat ein Kätzchen dieses Stadium einmal erreicht, ist es bereit für den problemlosen Umzug in eine neue Familie.

Aus diesen oben aufgeführten Gründen geben "wir" keine kleinen Kätzchen die bei uns in der Pflege sind,
zu früh ab, da wir meistens sowieso schon Mutterlose oder kranke Kitten aufpäppeln müssen.

Bitte haben sie hierfür Verständnis.

Vielen Dank
Ihre Tierfreunde am Bodensee








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